KLAVIERABEND MARIE-LUISE BODENDORFF

KLAVIERABEND MARIE-LUISE BODENDORFF

Sonntag, 28. September 2014, 20 Uhr, Musentempel

Die Pianistin MARIE-LUISE BODENDORFF gab im Musentempel ein höchst eindrucksvolles Recital mit Werken von Prokofieff, Liszt und Brahms

Klavierspiel vom Feinsten

Marie-Luise Bodendorff beim Piano-Podium Karlsruhe

Wer konnte ahnen, dass das Klavierspiel der 31jährigen, bereits auf der Karriereleiter stehenden Marie-Luise Bodendorff von höchster Qualität sein würde? Sicherlich wäre dann der "Musentempel" besser besucht gewesen. Sie begann ihr Programm mit Serge Prokofieffs Sonate Nr. 5 op. 135 C-Dur. Da zeigte sich schon, dass sie genau weiß, was sie spielt, sich geradezu identifiziert mit dieser Musik. So gab sie den drei Sätzen schroffe Akzente, insgesamt farbenprächtigen Ausdruck auf intensivste Art.
Dann - gefühlstief, weich und warm, mit allen Schattierungen pianistischen Feingefühls gestaltete die Künstlerin Franz Liszts "Consolation" Nr. 3 Des-Dur, ein Stück, das zyklisch angehörend, himmlische und irdische Liebe zum Thema hat.- Wie vom Dämon besessen, - doch stets kontrolliert, - bewältigte die Pianistin absolut souverän die satanisch schwierige Technik in des Komponisten "Mephisto-Walzer", dem sie immer wieder lyrisch-zarte Abschnitte gegenüber stellte.
Ihr Programm beendete Marie-Luise-Bodendorff mit Johannes Brahms´ "Variationen und Fuge über ein Thema von Händel" op. 24. Sehr schlicht und diszipliniert, doch bestimmt stellte sie das Thema vor, um dann jeder der 25 Variationen durch dynamische Variabilität, Anschlagsnuancierung oder Klangfärbung dem jeweiligen Charakter jeder Variation voll und ganz zu entsprechen. Die das Werk beendende fantasievolle Fuge baute die Künstlerin großartig auf und brachte damit das Werk und ihr gesamtes Recital zu glorreichem Ende. Nach begeisterem Schlussapplaus geriet ihre Zugabe, eine "Improvisation" von Francis Poulenc, zu einer Delikatesse vom Feinsten.

Christiane Voigt