KLAVIERRECITAL-HEINISCH-2016

KLAVIERRECITAL FLORIAN HEINISCH - 25. September 2016 im Musentempel

Der 1990 in Eisenach geborene Florian Heinisch bekam bereits als Fünfjähriger ersten Klavierunterricht. Hoch begabt, studierte er später in Leipzig, ab 2014 setzt er seine Studien an der hiesigen Musikhochschule in der Klasse von Sontraud Speidel fort; hier nimmt er bereits einen Lehrauftrag wahr.

Nun war er in einem vom Piano-Podium initiierten Klavierabend im gut besuchten Musentempel zu hören. Das Programm zeichnete sich durch eine Besonderheit aus: Es enthielt genau die Stücke, die der 1943 von den Nationalsozialisten ermordete Pianist Karlrobert Kreiten für sein letztes, nicht mehr durchgeführtes Konzert am 3. Mai 1943 in Heidelberg zusammengestellt hatte. Er wäre 2016 hundert Jahre alt geworden.

Heinisch, der dieses Programm deutschlandweit auch in großen Sälen zu Gehör brachte (Idee und Konzeption stammen von Dr. Moritz von Bredow), begann mit der teils bombastischen Bearbeitung Ferruccio Busonis von Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge D-Dur BWV 532, die er straff, zugleich virtuos durchführte. Es folgten drei Etüden (gis-Moll, Cis-Moll und h-Moll) aus op. 25 von Frédéric Chopin. Bei phänomenaler technischer Beherrschung traf der Pianist auch den geistigen Gehalt dieser Stücke.

Mit feinem, weichem Anschlag eröffnete der Pianist Beethovens Klaviersonate op. 57, die „Appassionata“, um diesen Kopfsatz weiterhin plastisch zu gestalten. Tiefe innere Ruhe ließ er aus seiner Darstellung des langsamen Satzes sprechen, wobei differenzierter Dynamik große Aufmerksamkeit geschenkt war. Helles Licht ließ er dem schnellen Finalsatz zukommen, seine Interpretation löste Bravorufe aus!

Nach der Pause ließ Florian Heinisch nochmals drei Chopin-Etüden erklingen: a-Moll, F-Dur und c-Moll, die „Revolutionsetüde“ aus op. 10. Bei technisch souveräner Wiedergabe war das musikalische Geschehen niemals aus dem Auge gelassen. Dann – als großer Kontrast – war Mozarts Sonate Nr. 10 KV 330 anberaumt. Spritzig, leicht, klar und schlicht ließ der Pianist bei äußerst sparsamem Pedalgebrauch dieses Werk mit seinen munteren Sätzen vorübergleiten.

Karl-Robert Kreiten hätte damals sein Programm mit der mehrteiligen „Rhapsodie espagnole“ von Franz Liszt gekrönt. Florian Heinisch zog bei diesem Werk nochmals alle Register: ob sprudelnd, elegisch, ob wild, kantabel oder überschäumend – seine Ausdrucksmöglichkeiten schienen unerschöpflich. Der Schlussapplaus fiel entsprechend begeistert aus.

Christiane Voigt