KOMPOSITIONEN-2016

19. März 2016 - JUNGE KOMPONISTEN UND KOMPONISTINNEN DES PIANO-PODIUMS STELLTEN SICH MIT EIGENKOMPOSITIONEN FÜR KLAVIER VOR

Ein großes Anliegen des Piano-Podiums und seiner Vorsitzenden Sontraud Speidel ist es, nicht nur den Nachwuchs im Klavierspiel zu fördern, sondern auch dessen mögliche Begabung zum Komponieren. So hatte man für ein kleines Konzert im Musentempel fünf Klavierspielerinnen und Klavierspieler gewonnen, die ihre eigenen Kompositionen am Klavier als Ur- oder Erstaufführungen gewandt vorstellten.

Als erster bot der zehnjährige Matthias Ziob (Klavierklasse Larissa Schüle) „Variationen über ein deutsches Kinderlied“. Es war unverkennbar „Hänschen klein“, das er im Tonika-Dominante- Raum rhythmisch variierend und auch einmal in Moll engagiert zum Besten gab. Ihm folgte die 16-jährige Selin Gürler aus der Klavierklasse Inga Gläsel mit ihrer Elegie op. 1, in der sie die romantische Stimmung schön zur Geltung brachte. David Carl Heinz, zehn Jahre jung, aus der Klavierklasse von Prof. Sontraud Speidel ist ein besonderes Talent. Die erste seiner vorgetragenen Kompositionen galt Rilkes Gedicht „Der Panther“, das zunächst von seiner Schwester Julia vorgetragen wurde. David Carl Heinz ließ bei diesem weitgehend in Moll geschriebenen Stück opus 7 in plastischem Vortrag viel Schmerzlichkeit erkennen. Eindringlich gestaltete er auch sein ideenreiches „Trauriges Stück an einem traurigen Tag“ op. 27. Aus kontrastreichen Einfällen, in denen wieder Moll vorherrscht, besteht sein neuestes Werk (bereits op. 30!) „Fluss der Träume“, das ebenso wie sein Spiel staunen machte. Schon ein jugendlicher Erwachsener ist Leopold Perrigo aus der Klavierklasse von Maya Onishi. Ihm hat es der „Walzer“ angetan. Weich trug er den einschmeichelnden „Mondnacht-Walzer“ c-moll vor, der gegen Ende in Dur etwas lebhafter und technisch anspruchsvoller wurde. Von mehr heiterem Charakter war dann der frisch und munter musizierte „Frühlingswalzer“ E-Dur. Beim Bundeswettbewerb „Jugend komponiert“ wurde das op. 15 der zwölfjährigen Charlotte Kaiser „Introduction et Marche obscure“ ausgezeichnet. Die junge Künstlerin aus der Klavierklasse von Prof. Sontraud Speidel widmete dieses zu Recht preisgekrönte Stück – wovon man sich bei ihrer eindringlichen Interpretation überzeugen konnte – der in Karlsruhe bekannten und hoch achtbaren Pianistin JeeEun Franziska Lee. Mit diesem einfallsreichen, in aparter abwechslungsreicher Rhythmik und in ungebundener Tonalität gehaltenen Werk endete diese außergewöhnliche Konzertstunde, die allen Ausführenden lebhaften Beifall erbrachte.

Christiane Voigt


Von links nach rechts: Leopold Perrigo, Matthias Ziob, David Carl Heinz, Charlotte Kaiser und Selin Gürler. Foto: Daniela Heinz


18. Januar 2016 - Verleihung des Angela-Rosewich-Gedächtnispreises 2016 an Viktoria Zagalskaia, Alice Schneider und Tim Krome


Larissa Schüle bei der Übergabe der Preise und Urkunden an die Nachwuchspianisten, die sich beim Vorspiel von ihrer besten Seite zeigten.

Tim Krome gefiel durch Klarheit und Flinkheit bei Werken von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach sowie Clementi.
Alice Schneider überzeugte durch Präzision bei Scarlatti und Klangschönheit bei Liszt.
Viktoria Zagalskaia begeisterte bei Rachmaninoff und Liszt mit virtuosem und klanglich vielseitigem Spiel.